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Die Schalmei


Schalmeienkapellen gibt es seit 1913, aber erst in den folgenden zwanziger Jahren wurde mit diesem eigenartigen Instrument in Turnvereinen, Radfahrverbänden und politischen Gruppen musiziert.

Ihren Namen hat die Schalmei wegen ihres samtweichen Klanges. Sie hat aber sonst mit der ursprünglichen Schalmei keine Gemeinsamkeit, aus der Klarinetten und andere Holzblasinstrumente entwickelt worden sind. Herr Max B. Martin, der Konstrukteur unserer Schalmei, hat dem Instrument seinen Namen gegeben, wie sie heute offiziell noch heißt. Vor etwa 90 Jahren gab er ein mehrtöniges Muster an Kaiser Wilhelm II und erhoffte sich damit eine gute Verkaufsbasis. Es kam jedoch anders, der Monarch wollte es nur für dieses Instrument belassen haben und so blieb das große Geschäft aus. In seinem Automobil fuhr ein Trompeter mit, der auf der silbernen "Kaiserfanfare" das Herannahen des Herschers bei besonderen Anlässen mit ta-tü-ta-taa anzukündigen hatte.

In der Entwicklung war das Instrument zuerst kaiserlich, dann turnerisch und linkspolitisch, nationalsozialistisch und schließlich kommunistisch. In Wirklichkeit ist es ein neutrales Instrument wie alle anderen auch. Wollte man Musikinstrumente nach ihrer Verwendung in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft politisch einordnen, dann würde das gesamte Musikschaffen zur Lächerlichkeit verurteilt.

Musik kennt keine Sprach- und Völkergrenzen.

Die Schalmei als Signalinstrument (Martinshorn)

Es ist ein Warninstrument für Feuerwehren, Polizei, Bundesbahn und andere Verwendungsmöglichkeiten. Dieses Instrument wird vorwiegend mit Elektromotoren nach genormten Abstimmungen und Lautstärken geblasen.

Die Schalmei als Musikinstrument:

Der Tonumfang insgesamt umfaßt vier Oktaven und ist gegeben durch

Pikkolo 8-tönig
C-Sopran 8-tönig
Sopran 8-tönig
Doppel-Sopran 16-tönig
Alt 8-tönig
Bariton 8-tönig
Tenor 8-tönig
Baß 4-tönig
Kontrabaß 4-tönig
Begleitinstrument/hoch 2 Akkorde
Begleitinstrument/tief 2 Akkorde
Begleitinstrument/tief 4 Akkorde

Diese Instrumente werden ohne besonderen Ansatz geblasen und sind an eine Lautstärke gebunden. Die Verwendbarkeit ist an C-Dur angelehnt. Eine andere ist nicht möglich.
Da der Tonumfang der Schalmei zwischen drei und acht Tönen liegt, sind musikalische Bearbeitungen sehr schwierig. Die verschiedenen Instrumente müssen sich oft ergänzen oder pausieren. So wird eine Melodie in "Gemeinschaftsarbeit" getragen. Ein Instrumenten-Mosaik fürwar und der Arrangeur wird zum Akrobaten.

Hugo Löhr

 

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